Tanz mit dem Licht oder wie kann Fotografieren glücklich machen

Veröffentlicht am: 26.05.2017

„Ich bin Fotograf/-in, mit Leib und Seele“. So beschreiben viele meiner Kollegen in ihrer  Vita ihr Tun. BOW! Welch eine kraftvolle Aussage. Und in mich fühlend und hinterfragend was denn die Fotografie für mich ist, werde ich oft traurig. Die Realität ist eine andere, ich empfinde es jedenfalls weniger glamourös.

Ich bin nicht ständig euphorisch und nur von der Fotografie beseelt. Ja, ich gestehe, in meinem Urlaub bin ich grundsätzlich ohne die Kamera unterwegs und an meinen wenigen freien Tagen bleibt sie auch im Studio.

Die Berufsfotografie besteht auch nicht nur daraus  – wie viele es annehmen – hauptsächlich schöne Bilder zu machen. In der Tat ist es so, dass es lediglich 20% unserer Zeit sind, die wir mit der Kamera verbringen. Der Rest? Management: organisatorische Aufgaben, Mitarbeiter führen und Azubi ausbilden, Konzeptentwicklungen, Weiterbildung und viele andere unspektakuläre Dinge. Addiert man noch den ständigen kräftezehrenden, zuweilen existenzbedrohlichen finanziellen Balanceakt dazu, frage ich mich,

wie kann ich denn all das mit Leib und Seele leben und lieben.

Wann hörte der Spass am Fotografieren auf und wann zogen die Sorgen samt den grossen Verpflichtungen ein?

Gute Frage – auf die ich lange keine Antwort fand.

Doch …

Beobachte ich in letzter Zeit bei meinen Shootings etwas, was immer wieder und immer öfters von mir Besitz ergreift. Es ist mit dem Spaß an der Fotografie wie er früher war, nicht mehr vergleichbar. Es nimmt mich, reißt mich mit, läßt mich souverän agieren und kreativ sein. Es macht mich glücklich und erfüllt. Und … Es erinnert mich an eine Tanzinszenierung (ich liebe es zu tanzen). 

Die Orga stimmt, die Choreo ist individuell und stimmig, die Ausführung federleicht, das Zusammenspiel zwischen Kunden und mir wunderbar locker und heiter. Ja, es ist ein Spiel voller Freude und Leidenschaft. Nicht im Sinne von „trivial, nicht ernst zu nehmen“, sondern in dem Sinne, dass ich kreativ und gestalterisch wirke, darin aufgehe und meinen freien Ausdruck finde.

Applaus an das Leben!

Ich bin im Flow!

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